lalonova

Planet Obsolescence

Schon mal was von „Gump“ gehört? Nicht schlimm, derzeit existiert weltweit nur eine Band, die diesem rätselhaften Genre sicher noch einige Meisterwerke der Schluffigkeit abringen wird: Planet Obsolesence, Indie-Newcomer aus Potsdam, die dem Wort „einfachmalmachen“ ganz neue Ausmaße verleihen. Und natürlich dem Wort „Gump“: Benannt nach dem letzten Rest der Kippe, kurz bevor der Filter ankokelt. Und so klingt auch die Musik: Lässig, verqualmt, zurückgelehnt. In den Resten der Glut lodern Devo, Velvet Underground und Alien Sex Fiend, irgendwo glimmt noch ein bisschen New Order. Klar, das kann man auch Postpunk oder New Wave nennen – aber mit einer derartigen Tiefenentspannung bzw. „Gumpigkeit“ wurden jene Stile bislang wohl kaum dargeboten wie von diesen vier Jungs auf ihrem Weg nach Irgendwo.

2016 hatten sich Gitarrist Leo und Keyboarder Pascal kennengelernt und bastelten aus hypnotischen Surfrock-Stakkatos und knarzenden Synthie-Bassläufen den Kernsound von Planet Obsolesence, der bald durch Schlagzeug und Bass komplettiert wurde. Aus vielen Jams entstanden 2018 die Songs für die erste EP „The Only Way To Mars“, welche die Welt mit psychedelischer Spagetti-Western-im-Weltraum-Atmosphäre und Texten über sinnfreie Marsreisen und geldmangelbedingten Klopapier-Diebstahl verschönerte. Die Band hatte keinen Businessplan, aber sie hatte Bock: Auf den Underground-Bühnen von Potsdam, Berlin und kleinen DIY-Festivals erspielten sich Planet Obsolesence mit ihrem verspulten Garagensound nach und nach eine kleine Fangemeinde.

Zu dieser zählt auch das Lalonova-Label, bei dem Planet Obsolesence im Frühjahr ihr Debüt-Album mit dem zum Bandnamen passenden Titel „Recommends To Kill Yourself“ veröffentlichen wird: Gut abgehangene Riffs und hochinfektiöse Synthie-Grooves geben sich leicht verkaterte High Fives, und der Kontrast aus dem tiefen Gesang von Bassist Nicl und der hellrauhen Stimme von Leo fügt dem ohnehin schon eigenwilligen Klang von Planet Obsolesence weitere Schillerflächen hinzu. Erneut begibt sich die Band auf stilistische Entdeckungsreise mit vielen Umwegen und schattigen Plätzchen. Wohin es geht? Unklar, aber es wird lustig. Und am Ende dürfte es einige Gump-Fans mehr geben, als zuvor.

latest blog posts

21. August 2019

Big©loud Jamclub – inter-cultural jamsession

read more >>

24. Mai 2019

BIG TONI OUT NOW!

read more >>

19. Mai 2018

Just released: Footprint Project – Ask For Directions

read more >>