lalonova

Portosol

Tatsächlich. Auf dem Schrottplatz der Musikgeschichte gibt es auch ein Leben jenseits des altehrwürdigen Songformats, des verzeitgeistigten Klingeltonbuffets oder des süßlich-modrigen Befindlichkeitsgedudels in öffentlichen und privaten Räumen. Und in diesem anderen Leben bietet sich die elektroakustische Improvisation an, als Mittel zum Zweck, als eine Art Gegenspieler des Wochentagrauschens und des Kulturlärms, der blutleeren Presetsounds und der effizient verdinglichten Alltagsrhythmen. Als Gegenentwurf ergibt sich bei PORTOSOL in der Summe ein angewandtes Tun, ein Zen-artiges bei-sich-sein, ein intuitives (Er-)Schaffen und implodieren lassen, oder körperlicher ausgedrückt: ein zerebral-muskuläres Anspannen und Entspannen. Doch wie genau funktioniert diese Symbiose aus Freiheit und Formgebung? Das Trio zapft spielerisch den Energie- und Informationsfluss aus unserem Kollektivgedächtis an und spinnt daraus in Echtzeit eine emotionalen und vielschichtigen Narrativ, eine instrumentale Geschichte, die sich auch die Zeit und den schöpferischen Raum nimmt um tatsächlich erzählt werden zu können. Unabhängig von Zeitverständnis, formatierter Erwartungshaltung oder Genre. Schlagzeug, Vibrafon, Oboe, (Kontra-)Bass, Gitarre und synthaffine, modulierfreudige Live-Elektronik stricken ein organisches und grobkörnig bis engmaschig organisiertes Soundgewand. Der Kaiser hat natürlich keine neuen Kleider. Das dem geneigten Zuhörer dabei Namen wie The Necks, Tortoise, Godspeed You Black Emperor!, Can oder Bohren & der Club Of Gore einfallen mag gewiß auch hilfreich sein um eine vordergründige musikästhetische Verortung zu vollziehen, ist aber wohl eher hinderlich wenn es denn darum geht die lebhaften Klangräume, den melodischen Ansatz und die impulsive Binnendynamik der drei Stuttgarter Musiker zu erfassen. Dies ist ganzheitliche Musik im wörtlichen Sinne. Keine saisonalen Jingles, keine Filmmusikvignetten für zwischendurch, keine Ambientwohlfühlblasen für gestresste Großstädter.

Sondern Musik die erlebt und gelebt werden will.

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